Dein Seminarskript
Ten Skills to save your Leadership-Life
Zehn Fähigkeiten, die dich als Führungskraft über Wasser halten.
Zu jedem Skill findest du hier die Situation, das Werkzeug und deine Übung. Vier Skills üben wir heute, bis sie sitzen. Die anderen sechs lernst du kennen, und du weißt danach, wo du weiterübst. Zehn kennst du heute Abend. Vier kannst du.
So arbeitest du damit
- Im Seminar: Öffne den Skill, an dem wir gerade arbeiten, und schreib direkt hinein. Nimm echte Fälle aus deiner Abteilung, keine erfundenen.
- Deine Einträge bleiben bei dir. Sie liegen nur in diesem Browser auf diesem Gerät. Sie gehen nirgendwohin, auch nicht zu mir.
- Danach: Unter „Mein Heft“ steht alles, was du eingetragen hast. Du kannst es kopieren oder als PDF sichern.
- Weiterüben: Zu jedem Skill führen Links zu den ganzen Einheiten. „Offen“ kannst du sofort lesen, für „im Kurs“ bekommst du das Zugangswort in der Community.
Dein Browser speichert auf dieser Seite gerade nichts, zum Beispiel im privaten Modus. Kopier dir deine Einträge unter „Mein Heft“, bevor du die Seite schließt.
Der Tag und die zehn Skills
In der Reihenfolge des Tages. Wir beginnen an der Tür mit Skill 1, dann kommt die Klammer, die uns durch den Tag begleitet. Tief heißt: Wir üben im Raum, bis es sitzt. Schnell heißt: zwölf Minuten, die Vertiefung liegt in der Community.
- ·Kennen ist nicht könnenZum Anfang: die drei Fragen für den Tag
- 1Bewusst reingehen„Bevor ich ein Wort sage, ist die Stimmung unten.“
- 2Fünf Sekunden Raum„Der Gast tobt, und ich will zurückschießen.“
- 3Beziehung vor Anweisung„Freiwillig folgt mir keiner.“
- 4Klartext„Ich hab’s im Briefing gesagt.“
- 5Feedback, das ankommt„Sobald ich kritisiere, macht er dicht.“
- 6Gesagt ist nicht getan„Ich sag’s zum zehnten Mal.“
- 7Eskalieren, aber richtig„Wegsehen oder explodieren?“
- 8Aushalten statt ausweichen„Ich hoffe, es erledigt sich von selbst.“
- 9Loslassen„Ich mache alles selbst.“
- 10Nach oben klären„Ausbaden muss es mein Team.“
- ·DranbleibenZum Schluss: dein Plan für die nächsten 14 Tage
- →Mein HeftAlles, was du eingetragen hast, an einem Ort
Zum Anfang Klammer um den Tag
Kennen ist nicht können
„Das kannte ich alles schon.“
Die Idee
Vertrautheit fühlt sich an wie Können. Wer viel gelesen und gehört hat, hat eine lange Liste an Dingen, die er kennt. Die Zahl der Werkzeuge, die er wirklich anwendet, wächst dabei nicht mit.
Du wirst heute oft denken: kenn ich. Gut. Dann stell dir drei Fragen.
Das WerkzeugDie drei Fragen
- Wann zuletzt?Mit Datum. „Eh regelmäßig“ ist keine Antwort.
- Wer hat zugesehen?Ohne fremde Augen übst du vielleicht seit Jahren eine Fassung, die es gar nicht trifft.
- Kannst du es zeigen?Nicht erklären, zeigen. Erklären kann jeder, der darüber gelesen hat.
ÜbungWobei sagst du am schnellsten „kenn ich“?
„Zehn Skills kennst du heute Abend. Vier kannst du. Für die anderen sechs hast du den Anlauf genommen.“
Weiter in der Community
- Kennen ist nicht könnenoffen
- Das Gesetz der Praxisoffen
Skill 1 tief
Bewusst reingehen
„Ich komme nach einer kurzen Nacht rein, und bevor ich ein Wort sage, ist die Stimmung unten.“
Die Idee
Dein Team spürt deine Stimmung, bevor du etwas sagst. Sie springt über, im Guten wie im Schlechten. Und sie färbt auch, wie du selbst den Tag erlebst.
Die ersten Minuten deiner Schicht sind deshalb kein Zufall. Sie sind eine Entscheidung, und die triffst du an der Schwelle.
Das WerkzeugDas Schwellenritual
- Rolle wählenSag dir kurz: Ab jetzt bin ich Führungskraft, nicht mehr die private Person aus dem Auto. Dein Führungssatz hilft dabei.
- Haltung setzenEine Frage, jeden Tag dieselbe: Wie will ich heute wirken, und auf wen kommt es dabei besonders an?
- Körper aktivierenAufrecht stehen, einmal tief durchatmen, vor dem Türöffnen lächeln. Das wirkt auch auf deine eigene Stimmung zurück.
Kein Dauerlächeln: Wer acht Stunden eine Fassade hält, erschöpft sich. Das Ritual ist ein kurzer Moment an einem festen Ort. Meist reicht die halbe Stunde danach, und aus dem bewussten Start wird echte Stimmung.
Übung 1Deine Schwelle
Übung 2Wie sollen sie dich erleben?
Übung 3Dein Führungssatz, erster Entwurf
Diese Woche
„Der Arbeitstag beginnt nicht mit der ersten Aufgabe. Er beginnt mit der Energie, die du ins Team bringst.“
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Skill 2 schnell
Fünf Sekunden Raum
„Der Gast tobt, der Koch knallt die Tür, und ich will zurückschießen.“
Die Idee
Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. Wer ihn nutzt, antwortet. Wer ihn überspringt, reagiert, und dein Team liest deine Haltung deutlicher als deine Worte.
Was dich in so einem Moment schiebt, ist oft ein alter Antreiber: sei perfekt, sei stark, beeil dich, streng dich an, mach es allen recht.
Das WerkzeugDer 5-Sekunden-Raum
- Erkenne den ReizSobald dich etwas triggert, sag innerlich: Stopp.
- Zähl bis fünfGanz ruhig. Das gibt deinem Gehirn Zeit, nicht automatisch zu reagieren.
- Frag dichWas ist jetzt die klügste Reaktion, für mich und fürs Team?
- Dann erst handelnBewusst, nicht impulsiv.
Übung 1Der Antreiber-Check
Zwölf Szenen, sechs Minuten. Jede:r füllt für sich aus. Was du danach erzählst, entscheidest du allein.
Übung 2Deine Reiz-Landkarte
„Zwischen Auslöser und Antwort liegt deine Wahl.“
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- 1.2 Der Raum zwischen Reiz und Reaktionim Kurs
- Die ersten 14 Tage, Teil 2im Kurs
- Antreiber-Checkoffen
Skill 3 schnell
Beziehung vor Anweisung
„Auf dem Papier bin ich die Leitung. Freiwillig folgt mir keiner.“
Die Idee
Anordnen kannst du, dass jemand kommt. Dass er mitdenkt, nicht. Das entsteht über Beziehung, und Beziehung entsteht über zwei Dinge: echtes Zuhören und eine erste Vorleistung von dir.
Das WerkzeugLooping in drei Schritten
- FragenEine echte, offene Frage, keine Ja-Nein-Frage: „Was ist dir dabei besonders wichtig?“ · „Wie hast du die Situation erlebt?“
- SpiegelnGib in deinen eigenen Worten zurück, was du verstanden hast.
- NachfragenPrüf, ob du es getroffen hast. Erst das gibt deinem Gegenüber das Gefühl, wirklich verstanden zu sein.
Faustregel 80 / 20: rund ein Fünftel reden, vier Fünftel zuhören. Bevor du deine Meinung sagst, hast du mindestens drei echte Fragen gestellt.
Und die Vorleistung: Vertrauen ist ein Konto, und jemand muss die erste Einzahlung machen. Das bist du. Teile eine Information früher, trau jemandem eine kleine Aufgabe zu, zeig eine eigene Unsicherheit. Klein, aber echt.
Übung 1Looping zu zweit
Drei Minuten pro Runde. Eine:r erzählt von einem Fall, die andere Person fragt, spiegelt und fragt nach. Dann wechseln.
Übung 2Dein Gespräch und deine Vorleistung
„Wer zuhört, erfährt mehr. Wer schneller urteilt, erfährt weniger.“
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Skill 4 schnell
Klartext
„Ich hab’s im Briefing gesagt. Und trotzdem ist es nicht passiert.“
Die Idee
Führung heißt verstanden werden. Eine unklare Ansage wirkt wie Nebel, das Team macht dann irgendwas. Zwei Gewohnheiten helfen sofort: Sag zuerst den Punkt, dann die Begründung. Und nimm die Weichmacher raus.
Das WerkzeugDie Klarheits-Formel
- Was?Was genau soll getan werden?
- Wer?Wer ist zuständig?
- Bis wann?Bis wann soll es erledigt sein?
- Warum?Warum ist das wichtig?
So klingt es: „Liebe Karin, bitte übernimm die Kommunikation mit dem Reiseveranstalter bis Freitagmittag, damit wir eine verbindliche Zusage für den Herbst haben.“ Alle vier Teile drin, kein Wort zu viel.
Übung 1Eine echte Ansage, klar gemacht
Nimm eine Ansage aus der letzten Woche, die nicht angekommen ist.
Lies den Satz laut. Würdest du ihn als Mitarbeiter:in sofort verstehen? Dann klingt so Führung.
Übung 2Der Weichmacher-Finder
„Klarheit wirkt nicht hart. Sie hilft dem Gegenüber, dich richtig zu verstehen.“
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Skill 5 tief
Feedback, das ankommt
„Sobald ich etwas kritisiere, macht er dicht.“
Die Idee
Viele Rückmeldungen lösen Abwehr aus, und zwar wegen der Form, nicht wegen des Inhalts. Gutes Feedback ist konkret, zeitnah, respektvoll und lösungsorientiert.
Und die Mischung zählt: In starken Teams kommen auf eine kritische Rückmeldung rund fünf positive. Lob darf öffentlich sein. Korrektur gehört unter vier Augen.
Das WerkzeugDie BWW-Formel
- BeobachtungWas hast du konkret gesehen? Kein Urteil, nur die Beobachtung.
- WirkungWelche Wirkung hat das, aufs Team, den Ablauf, die Gäste?
- WunschWas wünschst du dir konkret für die Zukunft?
So klingt es: „Mir ist aufgefallen, dass du diese Woche dreimal nach Dienstbeginn gekommen bist. Das bringt unser Team morgens in Schwierigkeiten, besonders in der ersten Stunde. Ich wünsche mir, dass du künftig pünktlich zum Dienstbeginn da bist.“
Übung 1Dein Fall mit BWW
Nimm einen Fall von deinem Kärtchen oder ein Gespräch, das wirklich ansteht.
Übung 2Deine 5:1-Woche
Zähl eine Woche lang mit: Wie viele positive und wie viele kritische Rückmeldungen gibst du? Ein Richtwert, keine Rechenformel.
Noch nichts gezählt.
„Feedback ist Orientierung, nicht Kritik.“
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Skill 6 tief
Gesagt ist nicht getan
„Ich sag’s zum zehnten Mal. Sie machen es nicht, oder nicht richtig.“
Die Idee
Wenn sich jemand nicht an eine Absprache hält, springt dein Kopf sofort zur Erklärung: Er will nicht. Manchmal stimmt das. Meistens nicht.
Die häufigsten Gründe sind banal: Es ist nicht klar, was gemeint ist. Es wird nicht gekonnt. Oder etwas im Ablauf steht dagegen. Wer dann eskaliert, löst ein Problem, das er nicht hat, und beschädigt die Beziehung, die er für die Lösung braucht.
Das WerkzeugDie ehrliche Diagnose
- WissenIst klar, was genau gemeint ist, wie es geht und warum?
- KönnenHat dein Gegenüber es schon einmal richtig gemacht, während du zugesehen hast?
- UmfeldSteht etwas dagegen, das dein Gegenüber nicht steuert?
- WollenErst wenn alles andere passt, ist es eine Frage des Wollens.
Die 3er-Regel: Hält sich eine Person nicht dran, ist das ein Führungsgespräch. Halten sich drei oder mehr nicht dran, ist der Standard das Problem.
Übung 1Dein Nervthema
Übung 2Der Weg: Woran liegt es?
Geh Frage für Frage durch. Am Ende steht der Hebel, der zu deinem Fall passt.
Wie viele halten sich nicht dran?
Ist klar, was genau gemeint ist, wie es geht und warum?
Hat dein Gegenüber es schon einmal richtig gemacht, während du zugesehen hast?
Steht etwas dagegen, das dein Gegenüber nicht steuert?
Zeit, Gerät, eine andere Ansage von jemand anderem, oder das Nichteinhalten lohnt sich.
Der Standard ist das Problem
Halten sich drei oder mehr nicht dran, liegt es selten an der Disziplin. Der Standard ist nicht angekommen, nicht sinnvoll, nicht machbar, oder du lebst ihn selbst nicht vor. Sag ihn neu, mit der Klarheits-Formel. Und bau ihn in den Ablauf ein: Einbauen · Vormachen · Zurückmelden.
Es ist nicht klar genug
Dann liegt die Arbeit bei dir. Kein Ruhmesblatt, aber am schnellsten gelöst. Sag es neu, mit Was, Wer, Bis wann und Warum, und klär die Erwartung.
Es fehlt das Können
Wer es noch nicht kann, braucht kein Gespräch über Konsequenzen und keine dritte Ansage. Zeig es: Vormachen · Nachmachen lassen · Nachschauen. Lass ruhig zwei-, dreimal zuschauen, und fertig bist du erst, wenn du gesehen hast, dass es sitzt.
Etwas steht dagegen
Wer die Übergabe nicht schreibt, geht zehn Minuten früher heim. Wer sich an den Standard hält, wird langsamer. Dann hilft keine Konsequenz. Räum das Hindernis weg. Liegt es oben, geh mit den vier Zeilen zu deinem Chef.
Erst jetzt die Leiter
Klar, gekonnt, nichts im Weg, und es passiert trotzdem nicht. Dann ist es ein Verhaltensthema, und dafür gibt es die Eskalationsleiter. Eine Stufe pro Vorfall.
„Eskalation ist ein Werkzeug für genau ein Feld.“
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- Bonus: Eskalieren, aber richtig!im Kurs
- Zeigen statt nochmal sagenim Kurs
- Alle nicken, nichts ändert sichim Kurs
- 6.1 Erwartungen klärenim Kurs
- Der Ablauf steht, die Mittel fehlenoffen
Skill 7 tief
Eskalieren, aber richtig
„Erst nett, dann deutlich. Jetzt bleibt mir nur Wegsehen oder Explodieren.“
Die Idee
Zwischen Wegsehen und Explodieren liegen fünf Stufen. Du gehst sie bewusst, eine Stufe pro Vorfall. Wiederholt sich etwas, wechselst du das Thema: vom Vorfall zum Muster zur Verlässlichkeit.
Und der Teil, den fast niemand macht, entscheidet am meisten: das Nachfassen.
„Der Standard, an dem du vorbeigehst, ist der Standard, den du akzeptierst.“geprägt von David Hurley, bekannt gemacht von David Morrison
Das WerkzeugDie Eskalationsleiter
- 1Der Hinweis30 Sekunden · im Moment · ohne Ton„Mir fällt auf, die Übergabe von heute Nacht fehlt. Alles okay?“
- 2Die Nachfrageunter vier Augen · zehn Minuten · neugierig„Das ist mir jetzt zum dritten Mal aufgefallen. Was steckt dahinter?“
- 3Das Klärungsgesprächangekündigt · terminiert · mit VereinbarungBeobachtung, Muster, Wirkung, Vereinbarung mit Datum. Danach drei Zeilen notieren, für dich.
- 4Die Grenzedie Konsequenz benennen, bevor sie eintritt„Wenn die Übergabe bis Freitag nicht steht, gebe ich das an die Hausleitung weiter. Ich sage dir das, damit du es weißt, nicht, um dir zu drohen.“
- 5Die Konsequenzeintreten lassen · formal · mit Chef und PersonalabteilungDu machst, was du auf Stufe 4 gesagt hast. Wer auf Stufe 4 stehen bleibt, entwertet seine Ankündigungen.
Regel 1
- Bei Hygiene, Sicherheit, Diebstahl oder Respektlosigkeit startest du auf Stufe 3 oder höher.
Regel 2
- Eine Stufe pro Vorfall, nach oben. Der klassische Fehler: fünfzehnmal Stufe 1 und beim sechzehnten Mal Stufe 5.
Wenn es sich wiederholt, wechsle das Thema: „Die Übergabe von heute fehlt.“ ist der Vorfall. „Wir vereinbaren etwas, und es hält nicht. Das ist mein Thema.“ ist das Muster. „Ich kann mich auf Zusagen von dir gerade nicht verlassen.“ ist die Beziehung. Führ das Mustergespräch nicht im Moment des nächsten Verstoßes. Terminier es.
Und nach oben: Ab Stufe 4 bindest du die Hausleitung ein. Bei einem eigenen Fehler gelten drei Fragen vor dem Alleingang: Braucht meine Lösung eine Geschichte? Wer kann es sonst erfahren, und redet der mit jemandem? Wenn es auffliegt, wer muss es ausbaden? Eine einzige Ja-Antwort genügt, dann geht es nach oben. Wer bei schwierigen Fragen um Rat fragt, wird als kompetenter erlebt.
Übung 1Welche Stufe? Sechs Fälle
Entscheide bei jedem Fall zuerst selbst. Dann siehst du, was im Bonus dazu steht. Augenmaß lernt man nur an Fällen.
Fall 1Der Rezeptionist hat heute erstmals das Übergabeprotokoll nicht geschrieben.
Stufe 1. Einmal ist ein Vorfall, kein Muster. 30 Sekunden, sachlich, mit echter Frage. Wer hier ein Gespräch daraus macht, verbrennt Vertrauen für nichts.
Fall 2Das Zimmermädchen kommt zum dritten Mal in zwei Wochen fünfzehn Minuten zu spät, ohne Meldung.
Stufe 2. Drei Mal ist ein Muster. Unter vier Augen, und die Frage ehrlich stellen. Bei Verspätungen liegt die Antwort oft im Busfahrplan oder im Privatleben. Das ändert nicht den Standard, aber die Lösung.
Fall 3Der Koch arbeitet ohne Kopfbedeckung an der Ausgabe.
Sofort stoppen, dann Stufe 3. Hygiene ist nicht verhandelbar und wird nicht angesammelt. Stoppen, so kurz und unauffällig wie möglich, Nachbesprechung danach unter vier Augen.
Fall 4Der Servicemitarbeiter duzt Gäste, obwohl der Hausstandard Siezen ist. Zwei Hinweise und ein Klärungsgespräch liegen hinter dir, nichts hat sich geändert.
Stufe 4. Du hast die Stufen 1 bis 3 sauber gemacht. Jetzt benennst du die Konsequenz: ruhig, vorher, und eine, die du tatsächlich ziehen kannst.
Fall 5Vier von sechs im Team halten die neue Übergaberegel nicht ein.
Keine Stufe, zurück auf Los. Bei vier von sechs ist nicht die Disziplin das Problem, sondern der Standard: nicht angekommen, nicht sinnvoll, nicht machbar, oder von dir selbst nicht vorgelebt. Das ist die 3er-Regel aus Skill 6.
Fall 6Der Chef de Partie macht den Lehrling vor Gästen herunter.
Stufe 3, sofort. Unabhängig von der Vorgeschichte. Manche Dinge sind beim ersten Mal ein Klärungsgespräch, und das findet noch am selben Tag statt.
Übung 2Dein Satz für Stufe 3
Übung 3Dein Satz für Stufe 4, die Grenze
Der Satz, vor dem alle Angst haben. Er ist kurz, und er ist der einzige, der im Affekt garantiert schiefgeht. Deshalb baust du ihn jetzt, in Ruhe.
Prüf deinen Satz an einer Frage: Kann ich diese Konsequenz wirklich ziehen, und darf ich das allein? Wenn nein, hol dir vorher die Rückendeckung deiner Hausleitung.
Übung 4Der Nachfass-Zettel
„Ein Gespräch ohne Nachfass-Termin ist ein Monolog mit Zeugen.“
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Skill 8 schnell
Aushalten statt ausweichen
„Ich müsste es ansprechen und hoffe seit Wochen, dass es sich von selbst erledigt.“
Die Idee
Ein Konflikt, dem du ausweichst, verschwindet nicht. Er klettert eine Treppe hoch. Lösen tut ihn nicht das beste Argument und nicht der schnelle Kompromiss, sondern wer die Stille danach aushält.
Der Unterschied zu Skill 7: Die Eskalationsleiter steigst du bewusst. Die Konflikttreppe klettert ein Konflikt von selbst, wenn du ausweichst.
Das WerkzeugDie Konflikttreppe
- VerortenAuf welcher Stufe steht der Konflikt? Achte auf die Wörter und auf die Wege: was gesagt wird, und wo.
- Eine Stufe tieferWas holt ihn eine Stufe herunter? Nicht ganz nach unten auf einmal. Eine Stufe reicht, die nächste kommt im Gespräch.
- AushaltenSag dein Anliegen kurz, und halte dann die Pause, das Zögern, die Ablehnung aus. Nicht nachschieben, nicht erklären, nicht teilen.
Die Treppenfrage: Holt das, was ich jetzt tue, den Konflikt eine Stufe herunter, oder schiebt es ihn eine hinauf?
ÜbungWo steht dein Fall?
Auf welcher Stufe steht er? Von oben nach unten gelesen:
Erkennst du an: „Dann kündige ich eben.“ „Dann gehe ich zum Betriebsrat.“
Eine Stufe tiefer: Druck herausnehmen. „Du musst jetzt nichts entscheiden. Lass uns in Ruhe reden.“
Erkennst du an: Nachrichten in der Gruppe, E-Mails mit vielen in Kopie, Screenshots.
Eine Stufe tiefer: Einladung ins Gespräch statt Gegendarstellung.
Erkennst du an: Verbündete, Grüppchen, es wird über jemanden geredet statt mit ihm.
Eine Stufe tiefer: persönlich und zu zweit, nicht über Dritte.
Erkennst du an: „unfair“, „das weiß doch jeder“, „ich hab’s dreimal gesagt“.
Eine Stufe tiefer: fragen „Was soll danach anders sein?“ statt „Wer hat recht?“
Erkennst du an: „passt schon“, Seufzen, das Thema wird auf nächste Woche verschoben.
Eine Stufe tiefer: ansprechen, unter vier Augen.
„Nicht das beste Argument löst einen Konflikt. Sondern wer die Stille danach aushält.“
Weiter in der Community
- Aushalten statt ausweichenim Kurs
- Harmoniesuchtim Kurs
- „Dann kündige ich eben“im Kurs
- Weitergedacht: Harmoniesuchtoffen
Skill 9 schnell
Loslassen
„Ich mache alles selbst, und abends ist von meiner eigentlichen Arbeit nichts erledigt.“
Die Idee
Delegieren ist kein Schalter zwischen „mach ich“ und „mach du“. Es ist eine Leiter mit fünf Stufen. Die zwei häufigsten Fehler: der Sprung von Stufe 1 direkt auf Stufe 5, und das Kleben auf Stufe 1, das dein Team dann Mikromanagement nennt.
Faustregel aus der Praxis: eine Stufe pro Runde. Wer eine Aufgabe zweimal auf Stufe 3 sauber gelöst hat, ist bereit für Stufe 4.
Das WerkzeugDie fünf Stufen der Delegation
- Setze umGenaue, detaillierte Vorgabe. Du sagst wie und bleibst nah dran.
- Arbeite dich einOptionen erarbeiten, mit dir besprechen. Entschieden wird von dir.
- Erarbeite einen VorschlagIm Detail einarbeiten, Vorschlag bringen. Ihr entscheidet gemeinsam.
- Entscheide mit RückspracheSie oder er entscheidet und berichtet danach, wie und warum.
- Entscheide ohne RückspracheDas gehört ab jetzt ihr oder ihm. Du musst es nicht mehr wissen.
Die Stufe gilt für die Aufgabe, nicht für den Menschen. Dieselbe Person kann beim Dienstplan auf Stufe 4 stehen und bei Gästebeschwerden auf Stufe 2. Sag die Stufe laut, dann weiß dein Gegenüber, wie viel Entscheidung dazugehört.
ÜbungEine Aufgabe, sauber abgegeben
Auf welcher Stufe?
Stufe 1 · Setze um. Du sagst genau, wie, und bleibst nah dran.
Stufe 2 · Arbeite dich ein. Optionen erarbeiten und mit dir besprechen. Du entscheidest.
Stufe 3 · Erarbeite einen Vorschlag. Ihr entscheidet gemeinsam.
Stufe 4 · Entscheide mit Rücksprache. Sie oder er entscheidet und berichtet danach.
Stufe 5 · Entscheide ohne Rücksprache. Prüf ehrlich: War die Person schon auf Stufe 4? Sonst ist das der Sprung.
Die fünf Punkte, bevor du loslässt
„Die Stufe gilt für die Aufgabe, nicht für den Menschen.“
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Skill 10 schnell
Nach oben klären
„Der Druck kommt von oben, und ausbaden muss es mein Team.“
Die Idee
Solange es irgendwie geht, muss oben niemand entscheiden. Dein Team improvisiert, und die Rechnung sieht keiner. Nach oben klären heißt: eine Entscheidung hinlegen, statt still zu improvisieren.
Und umgekehrt: Eine Entscheidung von oben, die du nicht getroffen hast, so vertreten, dass dein Team weiß, woran es ist.
Das WerkzeugVier Zeilen nach oben
- Der StandardWas vereinbart ist, in einem Satz. Nicht dein Wunsch: der Ablauf, den das Haus verkauft.
- Die LückeWas fehlt, in Stück. Nicht „zu wenig“, sondern „200 von 500“.
- Die RechnungWas das Improvisieren kostet, in Minuten, Stunden, Euro.
- Die WahlZwei Wege, beide gangbar, einer muss entschieden werden. Du forderst nichts und drohst nicht.
Und für Entscheidungen von oben, der dritte Satz: Was ist · Was ich weiß · Was jetzt meine Sache ist. Die ersten zwei bekommt jeder hin. Mit dem dritten hörst du auf zu überbringen und fängst an zu führen.
Übung 1Deine vier Zeilen
Übung 2Dein dritter Satz
Für eine Entscheidung von oben, die du vor deinem Team vertreten musst.
„Dein Chef kann nur entscheiden, was er weiß.“
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Zum Schluss Klammer um den Tag
Dranbleiben
„Ich weiß genau, was ich anders machen will, und mache es doch wieder wie immer.“
Die Idee
Du wirst gut in dem, was du oft tust, im Guten wie im Schlechten. Was du in den nächsten Wochen tust, übst du ein. Damit aus einem Werkzeug Können wird, braucht es drei Dinge.
Das WerkzeugDie Übungsschleife
- EinesEin Werkzeug, nicht drei. Schmal und tief statt breit und oberflächlich. Alles andere kommt, sobald das erste sitzt.
- RegelmäßigAuslöser, Ort, Uhrzeit. Ein wiederkehrender Termin, kein Vorsatz. Was keinen festen Platz hat, findet an schlechten Tagen nicht statt.
- Mit ZeugenEine Person, die dir zurückmeldet, wie du es machst. Ohne Rückmeldung übst du deine Fehler mit ein.
Übung 1Die Gegenprobe: dein erster Beitrag
Ein Plan mit Anlass und Zeuge wirkt anders als ein Vorsatz. Wer ein Ziel nur ankündigt, tut danach oft weniger, weil sich die Ankündigung schon wie Erfolg anfühlt.
Übung 2Deine 14 Tage
- Tag 0
Heute im Raum: in der Community anmelden, den ersten Beitrag posten, dein Tandem steht.
- Tag 1–3
Wertefinder und Führungssatz-Generator, dein Satz für „Rolle wählen“. Ab jetzt das Schwellenritual an jedem Arbeitstag.
- Tag 7
Im Thread kurz berichten: Was ist passiert? Zwei Zeilen genügen.
- Tag 14
Live-Call mit deiner Seminargruppe. Vorher eine Person im Team fragen: „Wie hast du mich erlebt?“
- Danach
Die Einheiten zu den anderen Skills, im eigenen Tempo. Und der Lotse, wenn ein Fall ansteht.
Schwellenritual
Mein Werkzeug
Deine CommunityHier übst du weiter
Dein Zugang zur Community „Leadership. Führung lernen“ ist im Seminar dabei, ein Jahr lang. Dort liegen die ganzen Einheiten zu allen zehn Skills, die Live-Calls und die anderen aus deinem Seminar. Wenn dir ein Fall unterkommt, beschreib ihn dem Führungslotsen. Er zeigt dir die passende Einheit.
„Du wirst gut in dem, was du oft tust.“
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- Das Gesetz der Praxisoffen
- Ersetzen statt verbietenim Kurs
- Unter Druck zählt, was sitztim Kurs
Mein Heft
Alles, was du eingetragen hast
Es liegt nur in diesem Browser, auf diesem Gerät. Sichere es, bevor du Verlauf und Websitedaten löschst oder das Gerät wechselst.
Dein Browser speichert auf dieser Seite gerade nichts, zum Beispiel im privaten Modus. Kopier dir deine Einträge, bevor du die Seite schließt.
Ten Skills to save your Leadership-Life
Mein Heft
Noch keine Einträge. Fang beim Skill an, an dem wir gerade arbeiten.